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Das Kinder- und Jugendtelefon arbeitet organisatorisch und inhaltlich mit der TelefonSeelsorge zusammen. Es versteht sich als ein für Kinder und Jugendliche niedrigschwelliges Angebot in Ergänzung zu anderen Einrichtungen der vorbeugenden und helfenden psychosozialen Versorgung. Es existiert in der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz e.V. sowie des Diakonischen Werkes Potsdam e.V. Als Mitglied des Dachverbandes Nummer gegen Kummer e.V. wird die telefonische Beratung unter der bundesweit geschalteten Sondertelefonnummer Kinder und Jugendliche können von Montag bis Samstag von 15.00 – 19.00 Uhr mit Ehrenamtlichen über ihre Sorgen reden. Sie stellen hier Fragen zu ihrer Sexualität, wollen einen Weg finden, wie die Trennung von Freundin oder Freund zu meistern ist, klären, ob die Eltern zu streng sind oder zu wenig Taschengeld geben, wollen Drogenprobleme besprechen oder sich informieren, wo sie eine Schwangerschaftsberatung bekommen können.
Egal, ob die Anrufenden ein kleines oder größeres Problem haben oder sich in einer aktuellen Krisensituation befinden, beim Kinder- und Jugendtelefon können sie anonym Gesprächpartnerinnen und Gesprächspartner erleben, die zuhören und sie ernst nehmen. Die Beraterinnen versuchen, den Anrufenden durch Strukturierung und Rückmeldung zu helfen, so dass diese selbst wieder Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten entwickeln können. Es besteht nicht der Anspruch, die Probleme für die Kinder und Jugendlichen zu lösen, sondern sie dabei zu unterstützen, erste Schritte zu einer Veränderung der problematischen Situation zu tun. Eine angemessene Hilfe kann auch die Nennung von Fachleuten oder Hilfsorganisationen sein. Jährlich werden je Telefonleitung rund 10.000 Anrufe entgegen genommen. Die Konzeption des Kinder- und Jugendtelefon sieht vor, Jugendliche und junge Erwachsene in die gesamte Beratung einzubinden. Dies geschieht mit dem Hintergrund, dass es viele Vorteile gibt, wenn zwischen Beratenden und Anrufenden nur ein geringer Altersunterschied besteht.
Die jungen Ehrenamtlichen kennen sich in der Alltagskultur, in der Sprache, in den altersspezifischen Bedürfnissen, Ängsten und Fragen der Anrufer/innen gut aus und werden von diesen, gerade wenn es sich um pubertierende Hilfesuchende handelt, besonders akzeptiert, weil sie nicht die Elterngeneration vertreten. So können die jugendlichen Berater/innen erleben, dass sie über besondere Kompetenzen verfügen, den Erwachsenen eine Hilfe sind und gleichzeitig von deren Erfahrungen und Wissen profitieren, ein Lernen von- und miteinander. Im Sommer 2005 gab es noch eine andere Art einer nachahmenswerten Kooperation: Der Fotograf Thomas Schrader stellte den gesamten Erlös seiner verkauften Bilder der Ausstellung “Legume mort“ dem Kinder- und Jugendtelefon Berlin zur Verfügung – immerhin 690,00 €. Die Ausbildung zum Berater im Kinder- und Jugendtelefon ist in allen Stellen etwa gleich. Ein Ausbildungslehrgang der ehrenamtlichen Mitarbeiter dauert ein halbes Jahr und umfasst 2 Wochenenden, 3 Samstage, zwölf Abende und mindestens sechs Hospitationen (insgesamt 100 Stunden).
Neben dem erforderlichen Sachwissen zu den alterspezifischen Themen erwerben die Auszubildenden Kompetenzen zur Persönlichkeitsentwicklung (erweiterte Eigen- und Fremdwahrnehmung, Kommunikationstraining, Konfliktmanagement u.a.). |
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