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Das Klassik-Event 2009Wiener Klassik und Romantik Das 12. Benefizkonzert am 26. November 2009 um 20:00 Uhr unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und des Ministerpräsidenten von Brandenburg
Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt
Die Musikstücke
Wolfgang Amadeus Mozart Eine kleine Nachtmusik KV 525 G-Dur Die Serenade für Streicher in G-Dur KV 525 verdankt ihren Beinamen „Eine kleine Nachtmusik“ Mozarts Eintrag in seinem Werkverzeichnis. Mit Nachtmusik übersetzt er den Begriff Serenade ins Deutsche. Traditionell kam sie abends und im Freien zur Aufführung. Das Musikstück wurde am 10. August 1787 in Wien beendet und ist eine der populärsten und schönsten Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart. Es ist unbekannt, für welchen Anlass oder welchen Auftraggeber Mozart sie schrieb. Ulrich Konrad, Professor für Musikwissenschaft in Würzburg, beantwortet die Frage, ob man das Schöne des Musikstücks erklären kann, mit dem Hinweis auf die Reduktion der Mittel, die beinahe als besondere Kunstfertigkeit erscheint. Mozart gestaltet mit drei oder vier Harmonien einen ganzen Satz und hinterlässt trotzdem den Eindruck der
Adolphe Adam Cantique de Noel Der als Sohn des Komponisten und Klaviervirtuosen Louis Adam geborene Adolphe Adam wurde hauptsächlich durch seine Opern und Ballette bekannt. Seine Laufbahn als Komponist begann er mit Fantasien und Variationen über Opernmelodien, schrieb dann Arietten für die Vaudevilles kleiner Theater sowie mehrere Operetten und trat 1836 mit der Oper „Der Postillon von Lonjumeau“ hervor, die allgemeinen Beifall erntete. Nach seinem Studium war er zeitweise Leiter einer Operntruppe und konnte als Klaviervirtuose einige Erfolge feiern. Mit 26 Jahren schrieb Adam seinen ersten Einakter Pierre et Cathérine. Daraufhin komponierte er innerhalb von knapp zwei Jahren fünf weitere Opern, die meist im Stil der Opera buffa gehalten waren. Viel Erfolg hatte sein melodienreiches und geistvoll instrumentiertes Ballett Giselle. Cantique de Noel, das noch heute als „Minuit Chrétiens“ (O heil'ge Nacht) bekannte französische Weihnachtslied stammt ebenfalls aus seiner Feder.
Lied an den Mond aus Rusalka In seinem Werk verbindet Antonín Dvořák Einflüsse von Klassik und Romantik mit Elementen der Volksmusik. Sein Schaffen ist geprägt von Neuorientierungen. In seinen frühen Jahren orientierte er sich an Mozart und Beethoven. Später suchte er seinen eigenen nationalen Stil. Die Oper „Rusalka“ gehört neben seinen neun Sinfonien, zahlreichen Kammermusikstücken und sechzehn slawischen Tänzen zu seinen Hauptwerken. Es ist seine erfolgreichste Oper. Sie entstand im Jahr 1900 nach einem Libretto von Jaroslav Kvapil. Das Libretto geht auf slawische Volksmythen zurück und ähnelt der deutschen Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouque sowie Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“. Antonín Dvořák erzählt die alte Elfengeschichte als Parabel über Sehnsucht und Emanzipation mit zauberhaft zarten Klängen und großen Melodien. Die wohl berühmteste Arie Das Lied an den Mond erzählt ausdrucksvoll und klangschön: Gleitender Mond, du, so silberzart, sendest weithin deine Blicke, auf deiner lichten Wanderfahrt siehst du der Menschen Geschicke. O Mond, sei nicht so in Eile, sage mir, wo mein Schatz weile? Sage ihm, Pilger im Himmelsraum wie ich ihn küsse, dass er am Morgentraum auch meiner gedenken müsse. O leucht' ihm, wo er auch gehe, leuchte ihm, sage ihm, wer hier seiner harrt voll Wehe. Träumt die Menschenseele von mir, soll sie diese Erinnerung wecken. O, Mond, du sollst dich nicht verstecken. Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur Op. 58; 3. Satz Rondo – Vivace Das Klavierkonzert Nr. 4, G-Dur, op. 58 von Ludwig van Beethoven entstand in den Jahren 1805 bis 1806, der produktivsten Schaffensperiode des Künstlers. Mit diesem Werk gelang Beethoven ein gewaltiger Vorstoß im Vergleich zu seinen drei früher entstandenen Klavierkonzerten. Neue ideelle und künstlerische Qualitäten konnten sich hier durchsetzen. Waren es im 3. Klavierkonzert die großen heroischen Gedanken, so sind es nun lyrische, idyllische Aspekte, die im Vordergrund stehen. Der Schlusssatz, das Rondo Vivace, ist von heiterem Charakter. Das Solo-Klavier trägt das Thema nun in seiner gesamten Heiterkeit vor und das D-Dur-Zwischenthema kann sich anschließend vollkommen entfalten. Es wird von einer kontrapunktierten Gegenstimme gestützt und entwickelt. Nach von Beethoven notierten Improvisationen endet der Satz mit einer Beethoven typischen, brillanten Pretostretta. Dieses Konzert ist der Mittelpunkt der Beethovenschen Weiterentwicklung dieses Genres. Es beeinflusste nachfolgende Künstler wesentlich und gehört in das feste Repertoire eines jeden bedeutenden Pianisten.
Joseph Haydn Missa in tempore belli (Paukenmesse) Joseph Haydn war ein führender österreichischer Komponist der Wiener Klassik. Er verbrachte fast dreißig Jahre seiner Karriere als Hofmusiker und leitete das Orchester und die Oper der wohlhabenden Familie Esterházy auf deren Landsitz. Sein Arbeitspensum war enorm. Trotzdem fühlte er sich glücklich. Er produzierte eine Flut von Kompositionen, und sein musikalischer Stil entwickelte sich ständig weiter. Nachdem Fürst Nikolaus II. die Regentschaft übernommen hatte bat er Haydn, die 1790 aufgelöste Hofkapelle von Eisenstadt wieder aufzubauen. Haydns Verpflichtungen als Komponist sollten sich dabei darauf beschränken, alljährlich zum Namenstag der Fürstin eine neue Messe abzuliefern. So entstand die „Missa in tempore belli“ 1796. Haydn selbst gab ihr den lateinischen Namen. Er erinnert an die Bedrohung Wiens durch Napoléon Bonaparte im Ersten Koalitionskrieg. Die Paukenschläge im Agnus Dei sind ein verlangsamtes Abbild des französischen Armeepaukenwirbels mit dem charakteristischen anapästischen Rhythmus und gaben der Messe ihren Namen.
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